Rugby-Bundesliga Süd/West: TV Pforzheim scheitert knapp gegen Meister Heidelberger RK

Pforzheim. Im Gigantentreffen der beiden stärksten deutschen Rugbyteams der 2010er-Jahre an Allerheiligen im SüdwestEnergie-Stadion in Pforzheim-Eutingen behielt Meister Heidelberger RK in einem überaus spannenden Spiel beim Vizemeister TV Pforzheim knapp mit 33:27 die Oberhand. Da der TVP zu vier Versuchen im Heidelberger Malfeld eintauchen konnte und nur sechs Spielpunkte Differenz zuließ, gab es für die Pforzheimer wenigstens zwei Bonuspunkte. Damit liegen sie nun punktgleich mit dem bisherigen Tabellendritten SC Frankfurt auf Rang drei und sind weiterhin im Rennen um Platz zwei, der für die Teilnahme am Halbfinale der Deutschen Rugbymeisterschaft qualifiziert.

Über 400 Zuschauer sahen ein lebhaftes, extrem spannendes Rugbyspiel auf hohem Niveau, in dem beide Teams verschiedene Phasen dominierten. Am Ende trennten die beiden Dauer-DM-Finalgegner nur ein erhöhter Versuch. Allerdings hatten die Heidelberger nicht alle Stars am Start, zum einen wegen Verletzungen, zum anderen wegen der doppelten Belastung bei den internationalen Auftritten des HRK.

Vor dem Spiel sah es so aus, als müssten die etwas glück- und mutlos in die Saison gestarteten „Rhinos“ eine hohe Niederlage gegen die bislang ungeschlagenen und höchst souverän auftretenden Heidelberger fürchten. Und die erste Viertelstunde drängte der HRK mit aller Macht bis an die Mallinie der Gastgeber, doch ein ums andere Mal wurden die Angriffe abgewehrt. Die heftige Gegenwehr der Pforzheimer zahlte sich aus. Quasi aus dem Nichts heraus tankte sich Ben Roper beim ersten Angriffsversuch der Pforzheimer durch die Abwehrreihe des HRK. Sieben Minuten später sprintete Josh Gando zum zweiten Versuch. Nach 25 Minuten führte der TVP überraschend mit 10:0.

Doch das Glückspendel schlug wieder um. Ein Fehler von Luke Wakefield bescherte dem HRK den unnötigen Ballbesitz und der HRK verkürzte auf 7:10. Doch es kam noch dicker für den TVP. Zwei Gelbe Karten (jeweils ein zehnminütiger Platzverweis) für Kelvin de Bruyn und Manasah Sita ließen den TVP kurz vor der Halbzeit nur noch mit 13 gegen 15 Mann anrennen. Wie im DM-Finale 2017 in Berlin warf das die Pforzheimer entscheidend zurück, denn solche Gastgeschenke weiß der deutsche Meister immer zu nutzen. So gingen die Heidelberger zur Hälfte mit 14:10 in Führung.

Mit einem perfekt verwandelten Strafttritt aus rund 40 Metern Entfernung verkürzte zwar Carlos Soteras-Merz, der zuvor zwei Erhöhungskicks nicht verwandeln konnte, auf 13:14, doch das änderte nichts am Lauf des HRK. Bis zur 71. Minute ging der HRK durch zwei weitere Versuche und einen Strafversuch mit 33:13 in Führung. Bis zu diesem Moment sah es so aus, als wäre die Messe gelesen. Doch der TVP stemmte sich gegen die drohende Klatsche und Wakefield und Sita legten in den letzten Minuten des Spiels noch zweimal das Leder-Ei im Heidelberger Malfeld ab. Wären die 80 Minuten Spielzeit nicht schon abgelaufen gewesen, hätte der TVP vielleicht doch noch für eine Überraschung sorgen können. So blieb es bei nicht unbedingt erwarteten, aber dringend benötigten zwei Bonuspunkten.

Erstmals gab es im Vorfeld und in der Halbzeitpause des Spiels einen „Rugby-Kindergarten“ auf dem Trainingsplatz, bei dem Kinder spielerisch mit dem Rugbysport in Berührung kamen. „Beim TVP wächst Großes heran“, freute sich Teammanager Jens Poff über die ersten Erfolge einer konzentrierten Jugendarbeit, die er als wichtige Basis für die nahe Zukunft des Vizemeisters sieht. — uh —

TVP-Versuche: Ben Roper, Josh Gando, Luke Wakefield, Manasah Sita

TVP-Kicks: Carlos Soteras-Merz (2 von 4 Erhöhungen, 1 Straftritt)

Das nächste Spiel des TVP vor der Winterpause: Samstag, 4. November, 15 Uhr, RG Heidelberg – TV Pforzheim