Rugbymannschaft gewinnt hart umkämpftes Spiel am Ende souverän

Spiel gewonnen, Kapitän verloren – bis kurz vor Schluss lief am fünften Spieltag in der Rugby-Meisterrunde alles nach Plan für den TV Pforzheim. Die Löwen vom TSV Handschuhsheim hatten beim 43:0-Sieg der Pforzheimer Rhinos trotz unermüdlicher Bemühungen keine Chance, das starke Abwehrbollwerk des TVP zu durchbrechen. Kurz vor dem Abpfiff gab es dann eine kleine Auseinandersetzung, die TVP-Kapitän Mustafa Güngör und TSV-Spieler Mathias Pipa jeweils eine Rote Karte bescherte.

Güngör, der auch schon Kapitän der deutschen 7er-Rugby-Nationalmannschaft war, gilt gemeinhin als Muster für Fairness, als Vorbild für ein besonnenes Spiel und als ruhender Pol auf dem Platz. Dass er sich zu einer Handgreiflichkeit hinreißen ließ, erklärte TVP-Trainer John Willis mit einer Vielzahl unfairer Attacken und versteckter Fouls gegen die Mannschaft und Güngör, der sich nach mehrere Tritten ins Gesicht zu einer Notwehrreaktion habe hinreißen lassen. „Das war Selbstverteidigung“, sagte Willis. Der wird nun wohl mindestens zwei Spiele auf Güngör verzichten müssen – und damit fehlt wohl eine zentrale Spielfigur für das schwierige Rückspiel gegen den amtierenden Meister Heidelberger RK.

Handschuhsheim hatte es dem Meisterschaftsfavoriten aus Pforzheim lange sehr schwer gemacht. Der TVP, als Schnellstarter bekannt, benötigte verhältnismäßig lange, um den ersten Versuch durch Tim Kasten zu legen. Die aufopferungsvoll kämpfenden Heidelberger Vorstädter machten es den Rhinos schwer, durchzubrechen, konnten es dann aber vor allem in der zweiten Halbzeit nach ersten Ermüdungserscheinungen nicht mehr verhindern. Zu Beginn der zweiten Halbzeit bekam zunächst Jens Schmidt vom TSV Handschuhsheim eine gelbe Karte (10 Minuten Strafe) auf Grund eines verspäteten Tackles und anschließend Manasah Sita vom TVP für Abseitsstellung.

Der TSV hatte sich wohl das Spiel des RK Heusenstamm gegen den TVP als Vorbild genommen, bei dem der RKH zwar 29:90 verloren hatte, aber immerhin zu vier Versuchen und einem Bonuspunkt kam. Die Löwen wollten selbst Versuche legen, scheiterten aber an der stark verbesserten Abwehr. „Wir haben heute als Team sehr gut gespielt und waren in der Abwehr viel besser als gegen Heusenstamm“, freute sich Trainer Willis. Mit den schnellen Läufen der Pforzheimer auf den Außenbahnen hatten die Löwen ihre Mühe und in der kompakten Abwehrwand des TVP landete regelmäßig der letzte entscheidende Pass der Handschuhsheimer.

Nur kurz währte die überraschende Rückkehr des erfahrenen Klaus Mainzer, der seinen Rücktritt vom aktiven Spielgeschehen wieder rückgängig gemacht hat. Der Prop erhielt kurz vor Schluss eine gelbe Karte. Doch auch in Überzahl gelang dem TSV nur ein Beinahe-Versuch, der nichts Zählbares auf die Anzeigentafel brachte. Nach dem 43:0-Sieg bleibt der TV Pforzheim einziger ernsthafter Verfolger des Meisters Heidelberger RK.

Versuche: Tim Kasten (2), Manasah Sita, Udo Schwarz, David Schulz, Russel Kupa und Tom Tropartz

Erhöhungskicks: David Schulz (1 von 3), Jeremy te Huia (3 von 4)

Das nächste und letzte Heimspiel vor der Winterpause findet am Samstag den 7.12 um 14 Uhr in Pforzheim gegen die RG Heidelberg statt.