Rugbymannschaft auch erfolgreich im Europapokal

Die Bundesliga-Rugbyspieler des TV Pforzheim haben bei ihrem ersten Auftritt im internationalen Nordsee-Cup 2013/14 nichts anbrennen lassen, auch wenn das Team in zwei Halbzeiten zwei unterschiedliche Gesichter zeigte und am Ende mit der Leistung nur bedingt glücklich sein konnte. Auf einem speziellen Rugby-Kunstrasenplatz in Waterloo bei Brüssel besiegte der TVP die belgische Auswahl Belgium South-West mit 36:12.

Für die TVP-Spieler war das Match auf dem hochflorigen, mit Gummikügelchen durchsetzten, schnelle Sprints fördernden Kunstrasenplatz eine Premiere. Große Umstellungsprobleme ergaben sich aber nicht, denn die als Schnellstarter bekannte Rhinos legten gleich in gewohnter Weise vor. Nach zehn Minuten stand es bereits 10:0. Nick Stratford, Manasah Sita, Timo Vollenkemper, Tim Kasten und Russell Ngamarama Kupa legten bis zur 40. Minute fünf Versuche. Sam Harris, der nach drei Fehlversuchen von David Schulz die Erhöhungskicks übernahm, traf zweimal und schraubte das Halbzeitergebnis auf 29:0.

Was nach einem erneuten Spaziergang des Bundesliga-Meisterschaftsaspiranten aussah, entwickelte sich in der zweiten Spielhälfte zu einer Abwehrschlacht. Die Belgier hatten ihren Sturm fast komplett ausgewechselt, drängten mit frischen Kräften die Pforzheimer immer weiter zurück. Jetzt machte sich bemerkbar, dass einige Stammspieler verletzt waren oder schon den Heimaturlaub gen Neuseeland und Australien angetreten hatten. Timo Vollenkemper musste wegen einer Knöchelverletzung vom Platz, Uwe Herrmann hatte einen Schlag auf den Oberschenkel abbekommen, Tim Kasten wurde wegen einer Grippe in der zweiten Hälfte geschont und Nick Stratford handelte sich wegen einer Gelben Karte eine zehnminütige Zeitstrafe ein.

Die Belgier legten daher nicht ganz unerwartet in der 50. Minute ihren ersten Versuch zum 5:29. Der TVP spielte nach vorne nur noch zerfahren und wenig zielstrebig. Während man im Gedränge die Belgier zumeist dominierte, gingen Einwürfe in die Gasse zumeist verloren. Das brachte die Belgier ein ums andere Mal in eine gute Angriffsposition.

Dass die internationale Saisonpremiere kein Waterloo für die Pforzheimer wurde, lag an der aufopferungsvoll kämpfenden Abwehr. Aufatmen konnten Trainer John Willis und die im Mannschaftsbus mitgereisten Fans erst in der 75. Minute, als Sam Harris der Durchbruch gelang. Seinen Versuch erhöhte er mit seinem Kick selbst. Erst kurz vor dem Abpfiff konnten die Belgier noch einmal punkten. Die Rhinos aber hatten im ersten Spiel des Nordsee-Cups mit 36:12 ihren ersten Sieg geholt.

Nach der Winterpause spielen die Pforzheimer Rhinos am 26. April 2014 ihr zweites Match daheim im Stadion am Eutinger Rattachweg gegen die niederländische Auswahl NL South, gegen die sie in der vergangenen Saison auswärts überraschend verloren haben.

Gewinnen die Rhinos ihre Nordsee-Cup-Gruppe, können sie mit weiteren internationalen Einsätzen rechnen. Die nächste Stufe wären die European Rugby Club Championships, in denen die Sieger aus dem Baltic-Cup (Meister aus Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Polen) und dem Balkan-Cup (Meister aus Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Slowenien und Serbien) warten.

Versuche für den TV Pforzheim: Nick Stratford, Manasah Sita, Timo Vollenkemper, Tim Kasten, Russell Ngamarama Kupa, Sam Harris

Erhöhungskicks für den TV Pforzheim: Sam Harris (3/3)